Posts mit dem Label Natur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Natur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

17. Mai 2015

Torcello

Über Ostern nach Venedig zu fahren ist nicht die beste Idee - die Stadt, die auch so schon überfüllt ist mit Touristen, platzte förmlich aus allen Nähten. Besonders eindrücklich zu erleben, als ich mit der Alilaguna, dem öffentlichen Linienboot, vom Flughafen in die Stadt wollte. Nun, ich hatte Zeit und das Wetter an diesem Karfreitag war angenehm.

Dennoch suchte ich an den folgenden Tagen "Fluchtorte" und landete auf Tipp meines Gastgebers Mattia auf der kleinen Insel Torcello. Wow - was für ein Naturparadies! Torcello liegt 150 Meter nördlich der Insel Burano. Kurz nach dem ich Land unter den Füssen hatte, leitete mich ein Schild zum Casa Andrich. Ein Haus am äussersten Zipfel der Insel, in dem man Seide, Teppiche, Glas, Skulpturen, Gemälde, Gravuren und Mosaike der Künstler Clementina und Lucio Andrich bewundern kann. Nach der Privatführung durch den Neffen Paolo Andrich durfte ich mich auf dem wunderschönen Gelände umsehen und fotografieren - vielen Dank dafür! Nach diesem tollen Erlebnis besuchte ich die Basilika Santa Maria Assunta und stieg die Stufen des Campaniles hoch. Von dort oben hat man eine fantastische Aussicht über die Lagune und kann Burano und etwas weiter entfernt Venedig sehen. Einfach Wunderbar!!

Wer die einzigartige Landschaft miterleben möchte - hier geht's zur Galerie.



Die Insel Torcello liegt in der nördlichen Lagune von Venedig. Nach älterer Auffassung wurde die Insel erst im 7. Jahrhundert besiedelt. Neue archäologische Ausgrabungen hingegen belegen, das Torcello wesentlich älter ist. Hier wurde vor ein paar Jahren der Fußboden einer römischen Villa zwei Meter unter dem Wasserspiegel entdeckt. Schon deshalb geht man heute davon aus, dass Torcello schon im 1. Jahrhundert besiedelt worden ist. Torcello war im Zeitraum von 638 bis 1689 Sitz eines Bischofs von Altino und gewann schnell an Bedeutung als Zentrum von Politik und Handel.

Im 10. Jahrhundert hatte Torcello 10.000 - 20.000 Einwohner und war größer, einflußreicher und bedeutender als Venedig. Nach dem 12. Jahrhundert war diese Blütezeit plötzlich beendet und der Ort sank rasch zur Bedeutungslosigkeit herab. Der Grund hierfür lag hauptsächlich an der Veränderung der Natur im Bereich dieser Insel und einiger Nachbarinseln. Die Lagune um Torcello versumpfte, Malariaepedemien drohten. Die Einwohner verließen die Insel nach Venedig oder Murano und nahmen alles mit, was sich als Baustoff verwerten ließ, so dass die Stadt fast komplett abgetragen wurde. Heute leben nur noch etwa 20 Einwohner auf Torcello.

Quelle: venediginformationen.eu

12. Oktober 2014

s'Ämmitau

"Eng begrenzt ist sein Horizont von waldigen Hügeln,
an deren Fuss sich unzählige Täler ziehen,
von rauschenden Bächen bewässert,
die in stillem Murmeln ihre Geschiebe wälzen,
bis sie den Schoss der Emme finden."

Jeremias Gotthelf (1797–1854)


Vor fünf Wochen zog es mich ins Emmental, auf gut Berndeutsch is Ämmitau. Die wunderbare hügelige und liebliche Landschaft hat mich derart in den Bann gezogen, dass aus dem vorgesehenen halbtägigen Ausflug ein flotter Tägeler wurde. Dies hatte auch damit zu tun, dass ich sicher eine Stunde auf dem einen Bänkli gesessen und die Schönheit inklusive dem faszinierenden Wolkenspiel auf mich habe wirken lassen. Auch von den putzigen Kühen kam ich kaum los, die nach anfänglicher Skepsis auch neugierig wurden. Ein wunderbarer Zufall führt mich übrigens auch neben der Kambly Guezli-Fabrik vorbei ;-) S'Ämmitau isch dr Hit!!

Vielleicht als Inspiration für schöne Ausflüge: hier geht's zur Galerie.


2. Juni 2014

Bretagne

Pa zeuy an heol da darzhañ
E ray d'ar glav karzhañ.
Wenn die Sonne hervorbricht, schlägt sie den Regen in die Flucht. 
(Bretonisches Sprichwort)

Die Bretagne - das ist für mich kurz zusammengefasst Natur pur mit wilden Landschaften, verrücktem Wetter und einer wunderbaren Gastfreundschaft!

Als ich mich an meinem letzten Arbeitstag verabschiedete, meinte eine liebe Kollegin ganz trocken: „Verfahr dich nicht!“. Ja, nachdem ich seit ein paar Jahren kaum mehr von Italien los komme, hätte es durchaus sein können, dass ich die Abzweigung nach Westen verpasse… Dank ortskundiger Begleitung - Merci Urs Schüpbach - gelangten wir jedoch problemlos in den äussersten westlichen Zipfel Frankreichs.

Die Bretagne ist eine Halbinsel, umgeben vom Ärmelkanal und vom Atlantik. Die Küstenlandschaften bestechen durch bizarre Stein- und Felsformationen, die seit ewig Wind und Meer ausgesetzt sind. Besonders spannend wird es, wenn das Meer bei Ebbe regelrecht verschwindet und ganze Steinlandschaften freigibt. Dieses Spektakel mit Flut und Ebbe habe ich noch nirgends vorher so eindrücklich erlebt. Wie zusätzliche Felsen in der Brandung beeindruckten mich auch die Leuchttürme - ein Thema, mit dem man sich alleine auseinandersetzen könnte, denn jeder Turm hat seine eigene Geschichte! Nebst der rauhen Landschaft gibt es auch wunderschöne Strände und sattgrüne Wiesen mit farbigen Wildblumen. Einziger Nachteil oder vielleicht auch nicht: selbst im Sommer spielt das Wetter nach Auskunft der Einheimischen verrückt. Innerhalb weniger Stunden kann man die vier Jahreszeiten erleben. Auch wir waren froh um unsere Regensachen, die täglich mindestens einmal zum Einsatz kamen. Doch kaum lässt sich die Sonne blicken, kann man es kaum glauben, zehn Minuten vorher im Regen gestanden zu haben. Entsprechend vielfältig waren dann auch die Lichtverhältnisse, welche die Natur immer wieder in anderen Farben hat erscheinen lassen. 

Genug der Worte, lassen wir die Bilder sprechen - hier geht’s zur Galerie.



Bei der Auswahl der Bilder habe ich festgestellt, dass sich einige für Schwarz-Weiss-Umsetzungen sehr eignen. Unter dem Titel „Malen mit Wasser“ habe ich bereits eine kleine Serie erstellt. Weitere dürften folgen.


Eine Auswahl an Bildern von Urs findet ihr auf seiner Facebook-Seite.

Was ich übrigens nicht wusste und sehr interessant finde: „Das Bretonische ist eine keltische Sprache. Es gehört wie das Walisische, das Kumbrische (ausgestorben) und das Kornische zur Untergruppe der britannischen Sprachen. Sie wird in der Bretagne von den britophonen Bretonen gesprochen und ist damit die einzige moderne keltische Sprache, die auf dem europäischen Festland verbreitet ist.“ (Quelle: Wikipedia „Bretonische Sprache“)